Grundlagen
Was ist ein EPG? Der elektronische Programmführer erklärt
Der Programmführer zeigt, was gerade läuft und was als Nächstes kommt. Wir erklären, woher die Daten stammen, wie du den EPG nutzt und was bei Anzeigefehlern hilft.

Wer Live-TV über eine App schaut, stößt schnell auf die Abkürzung EPG. Gemeint ist die Programmübersicht, die du vom klassischen Fernseher kennst – nur digital und meist deutlich ausführlicher. In diesem Ratgeber erfährst du, was im EPG steckt, woher die Daten kommen, wie die App sie den Sendern zuordnet und was du tun kannst, wenn der Programmführer leer bleibt oder falsche Zeiten zeigt.
EPG einfach erklärt
EPG steht für Electronic Program Guide, auf Deutsch elektronischer Programmführer. Er zeigt für jeden Sender, welche Sendung gerade läuft, wann sie endet und was danach kommt. Je nach Datenquelle und App enthält er außerdem:
- eine Kurzbeschreibung der Sendung,
- Genre oder Kategorie, etwa Nachrichten, Sport oder Film,
- teilweise Episodentitel, Staffel- und Folgennummer,
- teilweise Altersfreigaben oder Vorschaubilder.
Wie viele dieser Angaben du siehst, hängt davon ab, was die Programmdaten enthalten und was deine App davon anzeigt.
Woher kommen die Programmdaten?
Die Programmdaten werden getrennt vom eigentlichen Videostream bereitgestellt – bei IPTV meist als Datei im verbreiteten XMLTV-Format. Die Player-App lädt diese Datei, ordnet die Einträge den Sendern deiner Senderliste zu und baut daraus die Übersicht auf. Deshalb kann es vorkommen, dass ein Sender zwar läuft, der Programmführer für ihn aber leer bleibt: Bild und Programmdaten kommen aus zwei verschiedenen Quellen.
Bei Zugängen per Xtream Codes lädt die App die Programmdaten in der Regel automatisch mit. Bei einem M3U-Link steht die EPG-Adresse manchmal im Kopf der Playlist, oft musst du sie aber separat in der App eintragen. Den Unterschied erklärt Xtream Codes oder M3U-Link?.
So sieht XMLTV aus
Eine XMLTV-Datei listet zuerst die Sender und danach die einzelnen Sendungen mit Start- und Endzeit. Ein stark vereinfachtes Beispiel:
<tv>
<channel id="sender1.de">
<display-name>Sender 1</display-name>
</channel>
<programme start="20261014201500 +0200" stop="20261014214500 +0200" channel="sender1.de">
<title lang="de">Beispielsendung</title>
</programme>
</tv>Zwei Details sind für die Praxis wichtig: Die Zeitangaben enthalten einen Zeitzonen-Versatz (hier „+0200“ für die Sommerzeit), und jede Sendung verweist über channel auf eine Sender-Kennung. Beides erklärt die häufigsten EPG-Fehler.
Wie Sender und Programmdaten zusammenfinden
Damit die App weiß, welche Sendungen zu welchem Sender gehören, braucht sie eine gemeinsame Kennung. In M3U-Playlists steht dafür meist das Attribut tvg-id am Sendereintrag. Stimmt es mit der Kennung in den XMLTV-Daten überein, erscheint das Programm. Fehlt es, versuchen manche Apps die Zuordnung über den Sendernamen – Kodi nutzt im IPTV Simple Client zum Beispiel ersatzweise tvg-name. Mehr zum Aufbau der Playlist liest du in Was ist eine M3U-Playlist?.
So nutzt du den EPG in Player-Apps
- Rasteransicht: Sender untereinander, Zeit von links nach rechts – ideal, um den Abend zu planen.
- Jetzt & danach: Eine kompakte Anzeige direkt im laufenden Bild zeigt die aktuelle und die nächste Sendung.
- Sendungsdetails: Ein Klick auf einen Eintrag öffnet Beschreibung, Beginn und Ende.
- Erinnerungen und Aufnahmen: Manche Apps nutzen den EPG, um an Sendungen zu erinnern oder Aufnahmen zu planen – sofern App und Zugang das unterstützen.
- Catch-up: Bietet dein Zugang zeitversetztes Fernsehen an, startest du vergangene Sendungen oft direkt aus dem Programmführer.
Wie der Programmführer genau aussieht, hängt von der App ab. Anleitungen für einzelne Apps findest du unter TiviMate einrichten und IPTV mit Kodi einrichten.
Sinnvolle EPG-Einstellungen
| Einstellung | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Aktualisierungsintervall | etwa einmal täglich | spart Ladezeit, Daten bleiben aktuell genug |
| Zeitraum in die Zukunft | so viele Tage wie nötig | weniger Tage entlasten schwache Geräte |
| Zeitversatz | nur bei verschobenen Zeiten ändern | gleicht falsche Zeitzonen aus |
| EPG-Quelle | Adresse deines Anbieters | nur eine passende Quelle vermeidet Konflikte |
Typische Probleme und Lösungen
Der Programmführer bleibt leer
- Aktualisiere den EPG in den Einstellungen der App manuell und warte einige Minuten – große Programmdateien brauchen Zeit.
- Prüfe, ob in der App eine EPG-Quelle hinterlegt ist. Manche Apps laden sie nur, wenn sie ausdrücklich aktiviert ist.
- Starte die App neu, damit die Zuordnung zu den Sendern neu aufgebaut wird.
- Prüfe Datum und Uhrzeit des Geräts. Stimmen sie nicht, zeigt die App womöglich einen Zeitraum ohne Daten an.
Die Uhrzeiten stimmen nicht
Sind alle Sendungen um genau eine oder zwei Stunden verschoben, liegt das meist an der Zeitzone. Prüfe die Zeitzone deines Geräts (für Deutschland: Mitteleuropäische Zeit mit automatischer Sommerzeit) und – falls vorhanden – die Einstellung „EPG-Zeitversatz“ in der App. Ändere den Versatz erst, wenn die Gerätezeit nachweislich stimmt.
Nur einzelne Sender haben keine Daten
Dann fehlt für diese Sender vermutlich die Zuordnung zwischen Playlist und Programmdaten. Das lässt sich in der App selbst oft nicht beheben. Schreib uns in diesem Fall über das Kontaktformular und nenne die betroffenen Sender.
Häufige Fragen
Kostet der EPG extra?
Das legt der Anbieter fest. Bei vielen IPTV-Zugängen werden die Programmdaten mitgeliefert; die Anzeige übernimmt die Player-App.
Kann ich eine andere EPG-Quelle nutzen?
Viele Apps erlauben eigene EPG-Adressen. Die Zuordnung klappt aber nur, wenn die Kennungen der fremden Quelle zu deiner Senderliste passen. Im Zweifel ist die Quelle deines Anbieters die zuverlässigste Wahl.
Fazit
Der EPG macht Live-TV übersichtlich: Du siehst auf einen Blick, was läuft und was als Nächstes kommt. Weil Programmdaten getrennt vom Bild geliefert und über Kennungen zugeordnet werden, entstehen Fehler meist bei Quelle, Zuordnung oder Zeitzone. Grundlagen zur Technik findest du im Ratgeber Was ist IPTV?, weitere Fachbegriffe in IPTV-Begriffe erklärt.
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Weiterlesen im Ratgeber
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